Qualität der Anwendung

Akupunktur statt Medikamente

Bei Migräne sollten viele Patienten umdenken

Anfallsartige Kopfschmerzen, Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit: Rund zehn Millionen Deutsche leiden unter Migräne und Kopfschmerzen. Der volkswirtschaftliche Schaden ist immens und Ärzte und Patienten befinden sich in einem fortwährenden Dilemma. 80 Prozent der jährlich 3,7 Milliarden Schmerzmitteldosen in Deutschland werden wegen Kopfschmerzen eingenommen. Diese Medikamente helfen oft nur kurzfristig und die Krankheit besteht weiter, so dass viele Patienten mit ihrer Behandlung unzufrieden sind. Doch eine dauerhafte Heilung ist möglich darauf verweisen Ärzte der Qualitätsinitiative Akupunktur und appellieren an Kollegen und Patienten umzudenken. “Akupunktur kann eine wirkliche Hilfe für die Patienten sein ohne das Nebenwirkungsspektrum der Medikamente, so einer der Initiatoren, Dr. Gabriel Stux aus Düsseldorf.

Wissenschaftlich gestützt wird diese These u.a. durch die Gerac-Studie, bei der 1369 Patienten mit Migräne und chronischen Kopfschmerzen in einer kontrollierten Studie behandelt wurden. Verblüffenderweise hatte die Akupunktur mit 11 Anwendungen in nur 6 Wochen eine bessere Wirksamkeit als die prophylaktische, medikamentöse Therapie über 6 Monate. Die Anzahl der Migränetage ging deutlich zurück. “Demnach ist die Akupunktur eine äußerst sinnvolle Alternative zur Schmerzmitteltherapie, urteilt Stux, der seit über 30 Jahren Akupunktur betreibt.

Voraussetzung für den dauerhaften Behandlungserfolg ist allerdings eine Akupunktur nach allen Regeln der Kunst, für die sich Stux und andere Experten der Qualitätsinitiative Akupunktur stark machen. Diese ist ein Zusammenschluss kompetenter Partner und Fachgesellschaften aus dem Bereich Akupunktur mit dem Ziel, hohe qualitative Standards in der Akupunktur zu erreichen. An Ärzte, die eine hochwertige Qualitätsakupunktur anbieten, vergibt die Initiative ein Qualitätssiegel, die Arztsuche ist über die Website http://www.akupunktur-qualitaet.info möglich.

Akupunktur nach allen Regeln der Kunst

Gabriel Stux

In den zurückliegenden Jahren ist eine deutliche Zunahme der Anwendung der klinischen Akupunktur zu verzeichnen. Die Hauptindikationen der Akupunktur sind chronische Schmerzen, in erster Linie Kopfschmerzen und Migräne sowie schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungsapparats. Die Gerac Studie im Rahmen der Modelluntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen hatte zeigen können, dass Akupunktur der westlichen Standardtherapie sehr deutlich überlegen ist. Bei Migräne hat die Akupunktur mit 11 Sitzungen in 6 Wochen eine etwas bessere Wirksamkeit als eine westliche prophylaktische medikamentöse Therapie über 6 Monate! Bei Spannungskopfschmerzen waren die Therapieerfolge ähnlich gut.

Das Resümee von Prof. Dr. Hans-Christoph Diener des deutschen „Kopfschmerz Papstes“ dazu: „Die Akupunktur stellt beim chronischen Kopfschmerz eine effektive und risikoarme Ergänzung des therapeutischen Konzepts dar, was eine Anwendung der Akupunktur im Rahmen der schmerztherapeutischen Behandlung rechtfertigt.“ Nach Vorstellung der Chinesischen Medizin liegt bei Migräne und bei Kopfschmerzen eine Blockade im Fließen der Lebensenergie in den Meridianen des Kopfes vor. Mit Hilfe der Nadelung von Akupunkturpunkten kann man die Störung im Fließen der Lebenskräfte dauerhaft auflösen. Im ersten Schritt analysiert man anhand der Symptome die Art des Störungsmusters, sowohl auf der oberflächlichen, als auch auf der tiefen, inneren Ebene. Aufbauend auf der daraus folgenden Chinesischen Diagnose löst man die Störungsmuster meist dauerhaft auf. Dies erfordert ein differenziertes therapeutisches Setting und nicht nur das einfache Stechen von spezifischen Punkten. Zahlreiche therapeutische Modalitäten sind notwendig, um die Störungsmuster dauerhaft zu beseitigen.

Die Philosophischen und theoretischen Grundlagen der Akupunktur

Die philosophischen und theoretischen Grundlagen der Akupunktur wurden vor über 2.000 Jahren im Rahmen der antiken chinesischen Medizin formuliert. Im Mittelpunkt dieses Medizinsystems steht die Vorstellung von einer im Körper fließenden Lebenskraft, auch Lebensenergie genannt, chinesisch Qi, auf deren Wirkung alle Lebensäußerungen beruhen. Die Lebensenergie ist in ständigem Fließen, immer in Bewegung, Veränderungen bewirkend. Auch die Funktionen innerer Organe wie Atmung, Verdauung der Nahrung, Immunabwehr, Muskelbewegungen wird von der Lebensenergie hervorgebracht. Ähnlich wie die Flüsse das Land durchziehen, ziehen Energiebahnen, Meridiane genannt, durch den Körper und versorgen ihn mit der lebensnotwendigen Energie.

Auf diesen Leitbahnen liegen die Akupunkturpunkte, mit deren Hilfe man die Energieflüsse beeinflussen und regulieren kann. Wenn man gesund ist, fließt die Lebensenergie in Harmonie, die Funktionen der Organe sind kräftig und ungestört. Krankheiten sind nach chinesischer Vorstellung auf eine Störung im Fließen der Lebensenergie Qi zurückzuführen, entweder liegt eine Schwäche oder eine Fülle der Lebenskräfte vor. Auch Blockaden im Lebensenergiestrom können vorliegen, die zu Schmerzen, beispielsweise zu Migräne führen. Im Mittelpunkt der Therapie steht die Regulierung der Lebenskraft Qi, die Lebensenergie des Patienten. Qi ist die Vitalität, die Lebenskraft, ein vom Therapeuten direkt erfahrbares und so diagnostizierbares Phänomen. Akupunktur ist eine „Heilkunst mit Energie“, man spricht auch von einer energetischen Akupunktur. Die Nadelung der Akupunkturpunkte hat eine harmonisierende Wirkung, Fülle wird gedämpft, Schwäche angeregt und Blockaden z. B. bei Migräne gelöst, so daß ein ungestörtes harmonisches Fließen des Qi gefördert wird.

Akupunktur nach allen Regeln der Kunst

Nur eine qualitativ hochwertige Akupunktur nach allen Regeln der Kunst ermöglicht bestmögliche Therapieergebnisse. In der Qualitätsinitiative Akupunktur haben sich Akupunkturgesellschaften mit anderen kompetenten Partnern zusammen getan, um sich für eine gesicherte Qualität in der Akupunktur und damit eine bestmögliche und hochwertige Akupunkturtherapie zu engagieren. Im Fokus steht dabei das Interesse, Akupunktur nicht auf das symptomatische Stechen von Nadeln zu reduzieren, sondern die Gesamttherapie im Kontext der Chinesischen Medizin zu sehen und für Patienten und Laien verständlich zu machen. Ein Qualitätssiegel wird an die Ärzte verliehen, die über eine gute Ausbildung und fundierte Erfahrung verfügen. Mit diesem Qualitätssiegel können Ärzte signalisieren, dass ihre Akupunktur mehr ist als nur einfaches symptomorientiertes Nadelsetzen. Gemäß dem Konsensuspapier zur Qualität der Akupunktur der Qualitätsinitiative Akupunktur stehen dabei u. a. die Chinesische Diagnose, die Regulierung der Lebensenergie Qi, der Therapieplan und spezifische Behandlungsmodalitäten im Vordergrund. Für eine Qualitätsakupunktur wurden von der Qualitätsinitiative Akupunktur Leitlinien und Therapiestandards formuliert.

Chinesische Akupunktur ist eine Kunst

Akupunktur ist eine medizinische Kunst, die in China vom Lehrer an den Schüler weitergegeben wurde. Sie ist ein Teilgebiet eines ganzheitlichen Medizinsystems, das die Vorstellung einer fließenden Lebenskraft in den Mittelpunkt stellt, deren Störungen Gesundheitsstörungen und Krankheiten verursachen.

Ein guter Künstler braucht nicht nur die Farbe und einen geübten Pinselstrich für ein gutes Kunstwerk. Intuition und Inspiration ist neben einer gut erlernten Technik essentiell. Voraussetzung ist hier zunächst die Anleitung durch einen erfahrenen Akupunkturpraktiker. Chirurgie ist auch nicht aus dem besten Lehrbuch oder aus guten Vorlesungen zu erlernen, sondern wird von einem erfahrenen chirurgischen Lehrer vermittelt. Um das intuitive Erfassen von energetischen Störungsmustern zu erlernen sind deutlich mehr als 200 Stunden Ausbildungsdauer erforderlich. Die Akupunkturtherapie der Migräne betrachtet man bei Migräne nicht als Prophylaxe, wie die prophylaktische Gabe von Medikamenten, sondern sie zeigt in vielen Fällen ist eine dauerhafte Heilung. Akupunktur ist nicht vergleichbar mit der Gabe von einem Medikament, also ist sie nicht mit der „Gabe“ von 10-20 Nadeln vergleichbar.

10% der niedergelassenen Ärzte praktizieren Akupunktur; 40% der niedergelassenen Orthopäden, 36% der Allgemeinmediziner behandeln mit Akupunktur in der Praxis. 6-7 Millionen Patienten haben sich im Rahmen der Modellvorhaben der gesetzlichen Krankenkassen in den vergangenen 5 Jahren mit Akupunktur behandeln lassen. Die Zahl der Akupunktursitzungen wird auf 15-20 Millionen im Jahr geschätzt. 250-300 Millionen Euro wurden jährlich dafür ausgegeben, dies sind lediglich 1% der Aufwendungen für Arzneimittel oder 11,5 Promille der gesamten Gesundheitskosten