Heuschnupfen und Allergien

Ätiologie und Pathogenese

Gabriel Stux

Bei jeder Erkrankung gibt es in der westlichen Medizin zwei wichtige Begriffe die Aufschluss über die Ursache und das Wesen einer Erkrankung geben: Ätiologie und Pathogenese.

1 — Ätiologie ist die Ursache einer Erkrankung – beispielsweise Bakterien oder Viren als Ursache von Infektionskrankheiten. Die westliche Medizin kennt keine klaren Ursachen für die Entstehung von Heuschnupfen und Allergien. Außer die wage Feststellung „der Körper reagiert allergisch“, produziert also zu viele Antikörper gegen Pollen.

2 — Die Pathogenese einer Erkrankung ist die Entstehung der Erkrankung aus den Ursachen und dem daraus bedingtem Krankheitsmechanismus. Ätiologie und Pathogenese in der Chinesischen Medizin

Sowohl bei Heuschnupfen als auch bei anderen Allergien findet man nach chinesischen diagnostischen Kriterien ein Störungsmuster der Lebensenergien, das durch eine Schwäche der Oberbauchorgane gekennzeichnet ist: Die Verdauungsfunktion des Oberbauches ist vermindert, Verdauungssäfte werden nicht ausreichend produziert, die Nahrung wird nur unzureichend verdaut. Als Folge dieses Mangels an Verdauungsfunktion werden vom Darm unzureichend verdaute Eiweiße aufgenommen. Die Immunabwehr des Körpers erkennt diese Nahrungseiweiße als Fremdkörper und reagiert allergisch, zunächst mit geringfügiger Nahrungsmittel-unverträglichkeit bzw. Allergie, die sich in Form von weichen Stühlen zeigen. Durch die verstärkte Sensibilisierung auf Antigene reagiert die Abwehrkraft vermehrt auch auf Fremdeiweiße, auf Pollen in den Atemwegen, der Nase und im Rachenraum. Diese allergische Überreaktion führt zu Füllestörungen der Lunge mit Jucken, Brennen in den Atemwegen, die von der chinesischen Medizin als Hitze- bzw. Feuer-Störung beschrieben werden. Mithilfe der Akupunktur kann man Allergien, Asthma aber auch den alltäglichen Heuschnupfen sehr wirkungsvoll behandeln. Zunächst stärkt man die geschwächten Oberbauchorgane, das geschwächte Milz-Pankreas-System mit Nadeln im Oberbauch, im zweiten Schritt leitet man die übermäßige Aktivität, also die Füllestörung beispielsweise der Nase, ab.

Die Symptome des Heuschnupfens bessern sich sehr schnell und dies ohne Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Benommenheit, die bei antiallergisch wirksamen Medikamenten die Regel sind. Um einen dauerhaften Ausgleich der Lebenskräfte der Atmungsorgane zu erreichen, behandelt man Heuschnupfen mit 8-12 Akupunkturanwendungen. Die Therapie wird 1-2 Wochen vor dem voraussichtlichen Beginn der Heuschnupfenbeschwerden mit 2 Behandlungen pro Woche begonnen. Man behandelt im Allgemeinen 6-8 Wochen lang, in den letzten Wochen nur einmal wöchentlich. In den meisten Fällen wird im ersten Jahr eine Besserung der Beschwerden um 50–80 % erreicht, im zweiten Jahr häufig eine noch weitergehende Beschwerdelinderung.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in:
Stux G (1996) Akupunktur: Grundlagen - Techniken - Anwendungsgebiete, Kapitel VI Beck’sche Reihe Wissen, Verlag C.H. Beck München
Stux G, Stiller N, Pomeranz B (2008) Akupunktur - Lehrbuch und Atlas. 7. Auflage, Springer, Berlin Heidelberg New York
Stux G (2007) Einführung in die Akupunktur. 7. Auflage, Springer, Berlin Heidelberg New York